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Geschlechtskrankheiten ohne Symptome:
Welche STI kann man haben, ohne etwas zu merken?

Eine sexuell übertragbare Infektion kann bestehen, obwohl man sich vollkommen gesund fühlt. Viele STI verursachen zunächst keine oder nur sehr leichte Beschwerden und bleiben deshalb häufig unbemerkt. Trotzdem können die Erreger weitergegeben werden.

Das betrifft zahlreiche sexuell übertragbare Infektionen. Chlamydien, Gonorrhoe, Syphilis, HIV, HPV, Trichomonaden sowie verschiedene Hepatitis-Infektionen können über längere Zeit ohne auffällige Symptome verlaufen.

Keine Beschwerden schließen eine STI daher nicht aus.

Ob ein Test sinnvoll ist, hängt vor allem vom möglichen Übertragungsweg, dem Zeitpunkt des Kontakts, den beteiligten Körperregionen und der individuellen Risikosituation ab.

Warum der Begriff STI häufig besser passt

"Geschlechtskrankheiten“ ist ein umgangssprachlicher Begriff, den viele Menschen kennen und verwenden. Medizinisch ist jedoch die Bezeichnung STI – Sexually Transmitted Infection beziehungsweise sexuell übertragbare Infektion – treffender.

Der Grund: Eine Infektion bedeutet nicht automatisch, dass eine Erkrankung oder Beschwerden auftreten. Viele STI können lange unbemerkt bleiben, obwohl die Erreger vorhanden sind und weitergegeben werden können.

STI können durch Bakterien, Viren oder Parasiten verursacht werden. Einige lassen sich vollständig behandeln und heilen, andere können dauerhaft im Körper verbleiben. Entscheidend sind daher eine zuverlässige Diagnostik und – falls erforderlich – eine frühzeitige Behandlung.

STI, die ohne Symptome verlaufen können

Besonders relevant sind:

  • Chlamydien: sehr häufig symptomlos, vor allem bei Frauen
  • Gonorrhoe / Tripper: kann insbesondere bei Frauen sowie im Rachen oder Enddarm unbemerkt bleiben
  • Syphilis: nur ungefähr die Hälfte der Betroffenen entwickelt erkennbare Symptome; zusätzlich gibt es symptomfreie Krankheitsphasen
  • HIV: kann nach einer möglichen akuten Anfangsphase lange ohne auffällige Beschwerden bestehen
  • HPV: die meisten Infektionen verlaufen symptomlos
  • Trichomonaden: häufig keine oder nur geringe Beschwerden
  • Hepatitis B und C: können ebenfalls lange unbemerkt verlaufen

Welche dieser Infektionen in einer konkreten Situation überhaupt infrage kommt, hängt von den Sexualkontakten und weiteren möglichen Übertragungswegen ab.

Chlamydien ohne Symptome

Bei genitalen Chlamydien-Infektionen haben etwa 80 Prozent der Frauen und 50 Prozent der Männer keine Symptome.

Das bedeutet: Auch ohne Brennen beim Wasserlassen, Ausfluss, Juckreiz oder Schmerzen kann eine Infektion mit Chlamydia trachomatis bestehen.

Unbehandelte Chlamydien können sich ausbreiten und langfristig gesundheitliche Folgen verursachen.

Ausführlicher erklären wir das in unserem Ratgeber zu Chlamydien-Symptomen.

Speziellere Informationen findest du außerdem unter Chlamydien-Symptome bei Frauen und Chlamydien-Symptome beim Mann.

Gonorrhoe ohne Beschwerden

Gonorrhoe – umgangssprachlich Tripper – muss nicht immer Brennen beim Wasserlassen oder den bekannten eitrigen Ausfluss verursachen.

Die Infektion kann insbesondere bei Frauen ohne Beschwerden verlaufen.

Auch die Körperstelle spielt eine wichtige Rolle.

Eine Gonorrhoe im Rachen verursacht häufig wenig oder gar keine Beschwerden. Dasselbe kann bei Infektionen des Enddarms vorkommen.

Deshalb reicht bei der Diagnostik nicht immer die Frage:

„Habe ich Symptome?“

Mindestens genauso wichtig ist:

„Welche Körperstellen waren beim Sexualkontakt beteiligt?“

Weitere Informationen findest du im Ratgeber Tripper-Symptome.

Syphilis und symptomfreie Phasen

Nur ungefähr die Hälfte der Menschen mit Syphilis entwickelt erkennbare Symptome.

Außerdem können zwischen den verschiedenen Krankheitsstadien längere Phasen liegen, in denen überhaupt keine Beschwerden auftreten.

Ein typisches erstes Zeichen kann ein meist schmerzloses Geschwür sein. Dieses kann abheilen, obwohl die Infektion weiter besteht.

Mehr dazu: Syphilis-Symptome und Krankheitsstadien.

HIV ohne Symptome

Eine frühe HIV-Infektion kann Beschwerden verursachen, die einem gewöhnlichen Virusinfekt ähneln. Möglich sind beispielsweise Fieber, Hautausschlag, Halsschmerzen oder geschwollene Lymphknoten. Diese Beschwerden sind jedoch unspezifisch und können vollständig fehlen. Danach kann eine HIV-Infektion über längere Zeit ohne auffällige Krankheitszeichen bestehen. Deshalb lässt sich HIV weder dadurch ausschließen, dass man sich gesund fühlt, noch anhand vermeintlich typischer Beschwerden diagnostizieren. Ausführlich erklären wir das unter HIV-Symptome: erste Anzeichen und Verlauf. Wenn ein möglicher HIV-Risikokontakt erst sehr kurz zurückliegt, sollte außerdem nicht darauf gewartet werden, ob Beschwerden auftreten. Dann sollte medizinisch geprüft werden, ob eine HIV-Postexpositionsprophylaxe infrage kommt.

HPV ohne sichtbare Warzen

Auch eine HPV-Infektion bleibt häufig unbemerkt. Die meisten HPV-Infektionen verursachen keine sichtbaren oder spürbaren Beschwerden. Feigwarzen entstehen vor allem durch bestimmte Niedrigrisiko-HPV-Typen. Hochrisiko-HPV verursacht dagegen in der Regel keine sichtbaren Warzen. Auch Zellveränderungen, die sich bei einer länger bestehenden Infektion mit Hochrisiko-HPV entwickeln können, bleiben zunächst meist symptomlos. Deshalb gilt: Keine Feigwarzen schließen eine HPV-Infektion nicht aus. Mehr dazu findest du in unserem Ratgeber zu HPV-Symptomen.

Trichomonaden ohne Beschwerden

  • Auch eine Infektion mit Trichomonas vaginalis kann unbemerkt verlaufen. Insbesondere bei Männern, aber auch bei Frauen, treten häufig keine oder nur leichte Beschwerden auf.

    Wenn Symptome auftreten, können dazu unter anderem veränderter Ausfluss, Juckreiz, Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen gehören.

    Bei prohealth kann Trichomonas vaginalis mittels PCR nachgewiesen werden. Die Untersuchung erfolgt direkt bei uns vor Ort.

Hepatitis B und C können unbemerkt bleiben

  • Auch Hepatitis B und C können über längere Zeit ohne Beschwerden verlaufen. Betroffene bemerken die Infektion deshalb häufig erst spät oder nur durch eine gezielte Untersuchung.

    Hepatitis B kann unter anderem sexuell sowie über Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen werden. Hepatitis C wird dagegen hauptsächlich über Blut übertragen; eine sexuelle Übertragung ist möglich, das Risiko hängt jedoch stark von der jeweiligen Situation und Sexualpraktik ab.

    Menschen ab 35 Jahren können sich im Rahmen des gesetzlichen Check-up 35 einmalig auf Hepatitis B und C untersuchen lassen. Ziel ist es insbesondere, bislang unerkannte Infektionen frühzeitig zu entdecken.

Übertragung trotz fehlender Symptome

Viele STI können auch dann übertragen werden, wenn die infizierte Person keine Beschwerden hat und selbst nichts von der Infektion bemerkt. Wie hoch das Übertragungsrisiko ist, unterscheidet sich jedoch je nach Erreger. Entscheidend sind unter anderem die Phase der Infektion, die jeweilige Sexualpraktik, die betroffenen Körperregionen und verwendete Schutzmaßnahmen. Symptomfreiheit bedeutet daher nicht, dass eine Übertragung ausgeschlossen ist.

Situationen, in denen ein STI-Test ohne Beschwerden sinnvoll sein kann

Ein STI-Test kann auch ohne Beschwerden sinnvoll sein – zum Beispiel nach einem möglichen Risikokontakt, wenn eine Sexualpartnerin oder ein Sexualpartner positiv auf eine STI getestet wurde oder wenn aufgrund der persönlichen Situation regelmäßige Untersuchungen sinnvoll sind.

Für bestimmte Personengruppen gibt es außerdem spezielle Vorsorgeangebote. Dazu gehört beispielsweise das jährliche Chlamydien-Screening für Frauen bis zum abgeschlossenen 25. Lebensjahr.

Entscheidend ist daher nicht nur die Frage: „Habe ich Symptome?“ Sondern vielmehr: „Gab es einen möglichen Übertragungsweg und welcher Test ist zu welchem Zeitpunkt sinnvoll?“

Unterschiedliche Zeitfenster für STI-Tests

Für STI-Tests gibt es keine einheitliche Wartezeit, die für alle Infektionen gilt. Je nach Erreger und verwendetem Testverfahren unterscheiden sich die diagnostischen Zeitfenster deutlich.

Einige Infektionen lassen sich bereits relativ früh nach einem möglichen Risikokontakt nachweisen, bei anderen ist eine längere Wartezeit erforderlich. Auch bei HIV hängt der geeignete Zeitpunkt davon ab, ob beispielsweise eine HIV-PCR oder ein HIV-Schnelltest durchgeführt wird.

Ein zu früh durchgeführter negativer Test kann eine Infektion daher unter Umständen noch nicht sicher ausschließen. Entscheidend sind immer der jeweilige Erreger, das Testverfahren und der Zeitpunkt des möglichen Kontakts.

Die Körperstelle ist bei STI-Tests wichtig

Sexuell übertragbare Infektionen können nicht nur den Genitalbereich betreffen. Je nach Sexualpraktik können sich Erreger beispielsweise auch im Rachen oder Enddarm befinden – häufig ohne dort Beschwerden zu verursachen.

Welche Körperregionen untersucht werden sollten, hängt deshalb vom jeweiligen Sexualkontakt ab. Je nach STI kommen Abstriche aus dem Genitalbereich, Rachen oder Enddarm sowie Urin- oder Blutuntersuchungen infrage.

Wichtig: Ein negatives Testergebnis an einer Körperstelle schließt eine Infektion an einer anderen, nicht untersuchten Körperstelle nicht aus.

Mehrere STI gleichzeitig

Eine sexuell übertragbare Infektion schließt eine weitere STI nicht aus. Je nach Risikosituation kann es deshalb sinnvoll sein, gleichzeitig auf mehrere Erreger zu testen. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, hängt unter anderem vom Sexualkontakt, den beteiligten Körperregionen und dem Zeitpunkt des möglichen Risikos ab. Dabei ist nicht automatisch das größtmögliche Testpanel notwendig. Bei Bedarf kann eine ärztliche Beratung dabei helfen, die passenden Untersuchungen gezielt auszuwählen.

Wenn die Partnerin oder der Partner eine STI hat

Wurde bei einer Sexualpartnerin oder einem Sexualpartner eine STI festgestellt, kann auch ohne eigene Beschwerden eine Untersuchung sinnvoll sein. Welche Tests und weiteren Maßnahmen erforderlich sind, hängt vom jeweiligen Erreger und vom Zeitpunkt des letzten Kontakts ab. Bei bestimmten STI kann neben der Testung auch eine zeitnahe Mitbehandlung von Sexualpartnern erforderlich sein, um weitere Übertragungen und gegenseitige Wiederansteckungen zu vermeiden. Deshalb sollte man nach einem bekannten Kontakt zu einer STI nicht erst abwarten, ob Beschwerden auftreten.

STI-Test ohne Symptome bei prohealth in Köln

Bei prohealth kannst du dich auch auf sexuell übertragbare Infektionen testen lassen, wenn du keine Beschwerden hast. Gerade weil viele STI unbemerkt verlaufen, kann eine Untersuchung auch ohne Symptome sinnvoll sein.

Eine Übersicht findest du unter STI-Tests in Köln.

Wenn du dich ohne Angabe deiner persönlichen Daten testen lassen möchtest, findest du weitere Informationen unter Anonymer STI-Test in Köln.

Die aktuellen Selbstzahlerkosten findest du in der Preisübersicht für STI- und PCR-Tests.

Wenn du bereits weißt, dass du dich untersuchen lassen möchtest, kannst du direkt einen Termin für einen STI-Test in Köln vereinbaren.

Häufige Fragen zu Geschlechtskrankheiten ohne Symptome

1. Welche Geschlechtskrankheiten merkt man häufig nicht?

Mehrere STI können ohne erkennbare Beschwerden bestehen. Dazu gehören unter anderem Chlamydien, HIV, HPV, Syphilis, Hepatitis B und C sowie Trichomonaden. Auch Gonorrhoe kann symptomlos verlaufen.

2. Kann ich eine Geschlechtskrankheit haben, obwohl ich mich gesund fühle?

Ja. Viele STI verursachen keine oder nur leichte Beschwerden. Sich gesund zu fühlen kann eine Infektion deshalb nicht zuverlässig ausschließen.

3. Kann man eine Geschlechtskrankheit ohne Symptome weitergeben?

Ja. Verschiedene STI können übertragen werden, obwohl die infizierte Person selbst keine Beschwerden bemerkt. Wie ansteckend eine konkrete Infektion ist, hängt vom Erreger und der jeweiligen Situation ab.

4. Sollte man sich ohne Symptome auf STI testen lassen?

Das kann sinnvoll sein, wenn ein relevantes Ansteckungsrisiko bestand, eine Sexualpartnerin oder ein Sexualpartner positiv getestet wurde oder für die persönliche Situation regelmäßige Untersuchungen empfohlen werden.

5. Kann ein negativer STI-Test zu früh sein?

Ja. Verschiedene STI besitzen unterschiedliche diagnostische Zeitfenster. Deshalb muss der Testzeitpunkt zur jeweiligen Infektion und zur verwendeten Methode passen.