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Blog - Chlamydien, Gonorrhoe, Syphilis, HPV, Hepatitis, HIV

Chlamydien

Chlamydien (Chlamydia trachomatis) gehören weltweit zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Sie betreffen Menschen aller Geschlechter und aller sexuellen Orientierungen. Besonders in der MSM-Community (Männer, die Sex mit Männern haben) ist das Risiko erhöht – vor allem, weil die Infektion häufig keinerlei Beschwerden verursacht und daher unbemerkt weitergegeben wird.

Übertragung

Chlamydien werden durch ungeschützten analen, oralen oder vaginalen Sex übertragen. Die Übertragung erfolgt dabei durch direkten Schleimhautkontakt. 

Symptome

Etwa die Hälfte aller Chlamydieninfektionen bei Männern verursacht keine Symptome, bei Frauen sind es sogar bis zu 80 %. Wenn dennoch Beschwerden auftreten, können sie sich äußern durch:

Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
• Klaren oder eitrigen Ausfluss aus der Harnröhre
Druckgefühl im Unterbauch
• Schmerzen oder Entzündungen im Analbereich (Proktitis)
• Halsschmerzen nach ungeschütztem Oralverkehr (Pharyngitis)

Unbehandelt kann eine Chlamydieninfektion verschiedene Entzündungen verursachen – etwa der Harnröhre, des Gebärmutterhalses oder der Eileiter – und erhöht außerdem das Risiko für andere sexuell übertragbare Erkrankungen.

Diagnostik

Die Diagnose ist einfach und zuverlässig. Je nach Sexualpraktiken werden Urinproben oder Abstriche aus Harnröhre, Rektum oder Rachen untersucht. Besonders bei MSM sollten immer alle relevanten Körperstellen getestet werden, da Infektionen außerhalb der Harnröhre besonders häufig „stumm“ verlaufen und sonst leicht übersehen werden.

In unserer Praxis nutzen wir modernste PCR-Technologie, um Chlamydien sicher und präzise nachzuweisen. Die Auswertung erfolgt direkt vor Ort – ohne Probenversand – und das Ergebnis liegt innerhalb von 90 Minuten vor. Dadurch erhältst du schnell Klarheit und kannst bei einem positiven Befund direkt im Anschluss die passende Behandlung beginnen.

Therapie

Chlamydien lassen sich gut mit Antibiotika behandeln, meist mit Doxycyclin. Da Chlamydien häufig gemeinsam mit Gonokokken auftreten, empfehlen wir ein gleichzeitiges Screening auf weitere STIs.

Regelmäßige Tests sind besonders wichtig, wenn du wechselnde Sexualpartner hast oder zu einer Risikogruppe gehörst. Mit einer schnellen PCR-Diagnostik bekommst du zuverlässige Ergebnisse und kannst aktiv deine sexuelle Gesundheit schützen.

Gonorrhoe

Häufig, oft unbemerkt – und zunehmend resistent

Die Zahl der gemeldeten Gonorrhoe (Tripper)-Fälle ist in Deutschland in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Neben einer steigenden Übertragungsrate spielt vor allem die zunehmende Antibiotikaresistenz eine wichtige Rolle. Tripper wird durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae verursacht und fast ausschließlich beim vaginalen, analen oder oralen Sex übertragen. Besonders in der MSM-Community ist Tripper weit verbreitet, da die Infektion häufig ohne erkennbare Beschwerden verläuft und dadurch leicht weitergegeben wird.

Symptome

Die Inkubationszeit beträgt in der Regel zwei bis sieben Tage. Wenn Symptome auftreten, zeigen sie sich häufig in Form von Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen, einem eitrigen, gelblichen Ausfluss aus der Harnröhre sowie einer Rötung oder Schwellung der Harnröhrenöffnung. Bei Frauen können zusätzlich vermehrter vaginaler Ausfluss, unangenehmer Geruch, Unterbauchschmerzen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auftreten. Allerdings verlaufen viele Infektionen oft symptomlos. Unbehandelt kann Gonorrhoe ernsthafte Folgen haben. Die Infektion kann sich auf Prostata oder Nebenhoden ausbreiten und in seltenen Fällen zu Unfruchtbarkeit führen. Bei Frauen kann es zu aufsteigenden Infektionen der Gebärmutter oder Eileiter kommen, was ebenfalls das Risiko für spätere Fertilitätsstörungen erhöht. Zudem erhöht eine unbehandelte Gonorrhoe das Risiko einer HIV-Übertragung, da entzündete Schleimhäute das Eindringen des Virus erleichtern. Auch Racheninfektionen sind häufig stumm, stellen aber ein bedeutendes Reservoir für die Weitergabe dar – besonders beim Oralsex.

Diagnostik

Die Diagnose erfolgt mittels PCR. In unserer Praxis setzen wir modernste PCR-Technologie ein, um Gonorrhoe sicher und präzise nachzuweisen – inklusive Rachen- und Rektumabstrichen, wo Infektionen besonders häufig übersehen werden. Die Auswertung erfolgt direkt vor Ort, und das Ergebnis liegt in der Regel innerhalb von 90 Minuten vor. Dadurch kannst du bei einem positiven Befund noch im selben Termin behandelt werden. 

Therapie

Die Behandlung erfolgt mit modernen Antibiotikatherapien. In der Regel wird die Therapie als Einmalgabe per Infusion mit Ceftriaxon durchgeführt, je nach Befund mit oder ohne zusätzliche Gabe von Azithromycin. Da die Resistenzentwicklung weltweit zunimmt, ist eine korrekte Diagnostik und eine gezielte Therapie besonders wichtig. Nach abgeschlossener Behandlung wird ein Kontrolltest empfohlen, um sicherzustellen, dass die Infektion vollständig abgeheilt ist.

Regelmäßige Tests sind sinnvoll, besonders bei wechselnden Sexualpartnern oder nach Risikokontakten. Eine frühzeitige Diagnose schützt nicht nur dich selbst, sondern hilft auch, Infektionsketten schnell zu unterbrechen.

Lues (Syphilis)

Lues, auch als Syphilis bekannt, ist eine bakterielle Infektion, die durch das Bakterium Treponema pallidum verursacht wird. Diese sexuell übertragbare Infektion (STI) kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, wenn sie unbehandelt bleibt, ist jedoch mit einer rechtzeitigen Therapie gut behandelbar.
Syphilis wird hauptsächlich durch direkten Kontakt mit einer infizierten Person übertragen, insbesondere beim ungeschützten vaginalen, analen oder oralen Sex. Die Infektion wird durch Kontakt mit den Syphilis-Läsionen, die meist als schmerzlose Geschwüre (sogenannte „schanker“) an den Genitalien, dem Anus oder im Mund auftreten, übertragen.

Symptome

Die Symptome der Syphilis treten in verschiedenen Stadien auf und können über Monate bis Jahre hinweg andauern. Es gibt insgesamt vier Stadien der Syphilis:

  1. Primärstadium: Etwa drei Wochen nach der Ansteckung erscheint das erste Symptom – ein schmerzloses, hartes Geschwür (Schanker), das an der Stelle der Infektion auftritt, meist an den Genitalien, im Rektum oder im Mund. Auch wenn das Geschwür schmerzlos ist, bleibt der Erreger aktiv und kann weiterhin übertragen werden.
  2. Sekundärstadium: Einige Wochen nach dem ersten Geschwür können Hautausschläge, Warzen im Genitalbereich und geschwollene Lymphknoten auftreten. In diesem Stadium sind die Symptome oft nicht sehr spezifisch, was dazu führen kann, dass die Krankheit unbemerkt bleibt. Manchmal kommen auch grippeähnliche Symptome wie Fieber und Kopfschmerzen hinzu.
  3. Latenzstadium: Wenn die Infektion nicht behandelt wird, kann sie in ein asymptomatisches Stadium übergehen. Die Bakterien bleiben im Körper, jedoch ohne Symptome. In dieser Phase ist die Infektion weiterhin ansteckend.
  4. Tertiärstadium: Nach Jahren der unbehandelten Syphilis kann die Krankheit in das spätere Stadium übergehen, das sehr schwerwiegende gesundheitliche Schäden verursachen kann. Es kann zu Schäden an Organen wie dem Herzen, den Blutgefäßen, dem Gehirn und den Nerven kommen, was zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen kann.

Diagnose

Die Diagnose von Syphilis erfolgt durch Bluttests, die nach Antikörpern gegen Treponema pallidum suchen. In einigen Fällen kann auch ein PCR-Abstrich von den betroffenen Hautbereichen oder Schleimhäuten gemacht werden.

Therapie

Die Behandlung der Syphilis erfolgt mit Antibiotika, wobei Penicillin das Mittel der Wahl ist. In den meisten Fällen wird eine Einzeldosis Penicillin verabreicht, um die Infektion zu heilen. Bei fortgeschrittenen Stadien kann die Behandlung über einen längeren Zeitraum fortgesetzt werden. Eine frühzeitige Behandlung ist entscheidend, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden und die Weitergabe der Infektion zu verhindern. Es wird auch empfohlen, regelmäßig auf sexuell übertragbare Infektionen getestet zu werden, insbesondere bei wechselnden Sexualpartnern.

Eine interessante neue Entwicklung im Bereich der STI-Prävention ist die Einführung von DoxyPEP (Doxycyclin als Postexpositionsprophylaxe). DoxyPEP stellt eine vielversprechende Möglichkeit dar, das Risiko einer Syphilis-Infektion weiter zu verringern, insbesondere bei Risikogruppen.

Hepatitis B und C

Hepatitis B und C gehören zu den weltweit verbreitetsten Lebererkrankungen und stellen ein ernstes Gesundheitsrisiko dar. Beide Viren führen zu Entzündungen der Leber, aber sie unterscheiden sich in vielen Aspekten, einschließlich der Übertragung, der Schwere der Erkrankung und der verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten.

Was ist Hepatitis B?

Weltweit gibt es ca. 250 Millionen Träger des Hepatitits B- Virus (HBV) – in Deutschland knapp eine halbe Million. Und Hepatitis B ist für 50 bis 60 % der Leberzellkrebsfälle und auch für Leberzirrhose verantwortlich. Das Virus wird hauptsächlich durch Kontakt mit infiziertem Blut, Sperma oder anderen Körperflüssigkeiten übertragen. Besonders gefährdet sind Menschen, die ungeschützten Sex haben, Drogen intravenös konsumieren oder mit infiziertem Blut in Kontakt kommen, etwa durch unsaubere Tattoos oder Piercings.

Die akute Form der Hepatitis B kann grippeähnliche Symptome wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gelbsucht (gelbliche Haut und Augen) und Schmerzen im Oberbauch verursachen. In den meisten Fällen heilt eine akute Infektion innerhalb von wenigen Monaten von selbst aus. Allerdings kann Hepatitis B auch chronisch werden, insbesondere wenn die Infektion im Kindesalter oder in den ersten Jahren nach der Ansteckung nicht behandelt wird. Eine chronische Hepatitis B kann über Jahre hinweg die Leber schädigen und langfristig zu Leberzirrhose oder Leberkrebs führen.

Was ist Hepatitis C?

Das Hepatitis C Virus wird insbesondere dann gefährlich, wenn es zu einer chronischen Infektion kommt. 71 Millionen Menschen haben weltweit einen chronischen Hepatitis C Virus.

Hepatitis C hat eine ähnliche Übertragungsweise wie Hepatitis B. Die häufigste Übertragungsquelle ist infiziertes Blut, weshalb insbesondere Menschen, die intravenös Drogen konsumieren, ein erhöhtes Risiko haben. In den letzten Jahrzehnten ist die Übertragung über Blutprodukte durch die Einführung besserer Screening-Methoden deutlich zurückgegangen. Allerdings haben auch Männer, die Sex mit Männern (MSM) haben, ein höheres Risiko, sich mit Hepatitis C zu infizieren. Das liegt zum einen an einem höheren Anteil ungeschützter sexueller Praktiken, die das Risiko für Blutkontakte erhöhen, zum anderen an häufigeren sexuellen Partnerwechseln, was das Risiko einer Ansteckung weiter steigern kann. Besonders bei MSM, die zudem Drogen intravenös konsumieren oder mit Drogen in Verbindung stehende Praktiken wie „chemsex“ betreiben, ist das Risiko einer Hepatitis-C-Infektion deutlich erhöht.

Die Infektion mit Hepatitis C verläuft häufig ohne Symptome, sodass viele Betroffene nicht wissen, dass sie infiziert sind. Wenn Symptome auftreten, können diese ebenfalls grippeähnlich sein und umfassen Müdigkeit, Gelbsucht und Schmerzen im Oberbauch. Wie bei Hepatitis B kann Hepatitis C chronisch werden. Etwa 75-85% der akuten Hepatitis-C-Infektionen entwickeln sich zu einer chronischen Infektion. Wenn sie nicht behandelt wird, kann sie über Jahre zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen.
Obwohl Hepatitis B und C ähnliche Symptome und Übertragungswege aufweisen, gibt es einige wichtige Unterschiede:

  • Übertragung: Beide Viren werden durch Kontakt mit infiziertem Blut oder Körperflüssigkeiten übertragen, jedoch ist Hepatitis B auch durch ungeschützten Sex ansteckend, während Hepatitis C in der Regel nur durch direkten Blutkontakt übertragen wird.
  • Verlauf: Während Hepatitis B auch akute Symptome hervorrufen kann, führt Hepatitis C häufiger zu einer chronischen Infektion ohne auffällige Symptome.
  • Behandlung: Hepatitis B kann mit antiviralen Medikamenten behandelt werden, die das Virus kontrollieren, aber nicht vollständig eliminieren. Bei Hepatitis C gibt es mittlerweile hochwirksame direkte antivirale Mittel (DAAs), die das Virus in fast allen Fällen vollständig aus dem Körper eliminieren können.

Diagnostik

Die Diagnose von Hepatitis B und C erfolgt durch Bluttests, die nach spezifischen Markern der Viren suchen. Bei Hepatitis B kann ein Test auf Antigene und Antikörper zeigen, ob eine akute oder chronische Infektion vorliegt. Bei Hepatitis C wird oft ein PCR-Test verwendet, um die Menge des Virus im Blut zu messen und festzustellen, ob eine akute oder chronische Infektion vorliegt.

Behandlung von Hepatitis B und C

Hepatitis B: Die Behandlung von Hepatitis B zielt darauf ab, das Virus zu kontrollieren und die Leber zu schützen. Es gibt mehrere antivirale Medikamente, die das Virus in Schach halten können, jedoch kann eine vollständige Heilung derzeit nicht erreicht werden. Die Behandlung ist besonders wichtig, um eine Leberzirrhose oder Leberkrebs zu verhindern.

Hepatitis C: Die Behandlung von Hepatitis C hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Moderne antivirale Medikamente, sogenannte direkte antivirale Mittel (DAAs), können das Virus in der Regel innerhalb von 8 bis 12 Wochen aus dem Körper eliminieren. Diese Medikamente sind sehr effektiv und haben wenige Nebenwirkungen. Eine frühzeitige Behandlung kann verhindern, dass die Infektion zu einer chronischen Erkrankung wird und die Leber schädigt.

Vorbeugung von Hepatitis B und C

Hepatitis B: Eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen gegen Hepatitis B ist die Impfung. Die Impfung schützt vor der Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus und wird besonders für Menschen empfohlen, die einem hohen Risiko ausgesetzt sind, wie z.B. medizinisches Personal, Drogenkonsumenten und Menschen mit vielen Sexualpartnern. Auch die Verwendung von Kondomen und die Vermeidung von ungeschütztem Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten können das Risiko einer Ansteckung verringern.

Hepatitis C: Für Hepatitis C existiert keine Impfung, daher ist die wichtigste Präventionsmaßnahme, den Kontakt mit infiziertem Blut zu vermeiden. Wer intravenös Drogen konsumiert, sollte unbedingt saubere Spritzen und Nadeln verwenden. Zudem sollten regelmäßige Tests und Vorsorgeuntersuchungen dazu beitragen, eine Infektion frühzeitig zu erkennen. Auch beim Umgang mit Tätowierungen, Piercings oder medizinischen Eingriffen ist es wichtig, dass Instrumente sicher sterilisiert werden, um eine Übertragung zu verhindern.

HIV

Übertragung, Symptome und Therapie

HIV (Human Immunodeficiency Virus) ist ein Virus, das das Immunsystem schwächt und zu AIDS führen kann, wenn es unbehandelt bleibt. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit infiziertem Blut, Sperma, Vaginalflüssigkeit oder Muttermilch. Häufigste Übertragungswege sind ungeschützter Geschlechtsverkehr und der Austausch von Spritzen bei intravenösem Drogenkonsum. Es ist wichtig zu wissen, dass HIV nicht durch alltägliche Kontakte wie Umarmungen, Küssen oder das Teilen von Geschirr übertragen wird.

Symptome einer HIV-Infektion

Die Symptome einer HIV-Infektion können variieren, und viele Menschen haben in den ersten Wochen nach der Ansteckung nur milde oder gar keine Beschwerden. Zu den häufigsten Symptomen gehören Fieber, geschwollene Lymphknoten, Hautausschläge, Müdigkeit und Halsschmerzen. Diese Symptome treten typischerweise in der ersten Phase der Infektion, bekannt als akute HIV-Infektion oder primäre HIV-Infektion, auf. Wenn HIV nicht behandelt wird, kann die Krankheit über Jahre hinweg den Körper schädigen, was zu AIDS führen kann, einem Zustand, in dem das Immunsystem so stark geschwächt ist, dass der Körper nicht mehr in der Lage ist, Infektionen oder bestimmte Krebserkrankungen zu bekämpfen.

Diagnostik der HIV-Infektion

Die Diagnostik einer HIV-Infektion erfolgt durch Blutuntersuchungen, bei denen entweder HIV-spezifische Antikörper oder das Virus selbst nachgewiesen werden. Nach einer Ansteckung benötigt das Immunsystem in der Regel 3 bis 6 Wochen, um messbare Antikörper zu bilden (sogenannte Serokonversion). Für den Nachweis einer sehr frühen HIV-Infektion steht zusätzlich der direkte Virusnachweis zur Verfügung. Dabei wird die HIV-RNA mittels PCR im Blut bestimmt. Dieser Test kann bereits 10 Tage nach einer Infektion positiv sein. Dabei wird nicht auf Antikörper gewartet, sondern direkt das Erbgut des Virus nachgewiesen, was dieses Verfahren erheblich empfindlicher macht als herkömmliche Antikörpertests. Die Analyse erfolgt bei uns mit modernster PCR-Technologie direkt vor Ort, sodass du bereits nach rund 90 Minuten besonders früh und zuverlässig Gewissheit bekommst.

HIV-Behandlung

Die Behandlung von HIV hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert. Heute kann HIV mit antiretroviralen Medikamenten (ART) erfolgreich behandelt werden. Diese Medikamente unterdrücken das Virus, verhindern, dass es sich im Körper vermehrt, und halten die Viruslast auf einem sehr niedrigen Niveau, wodurch das Immunsystem erhalten bleibt. Die antiretrovirale Therapie (ART) muss in der Regel ein Leben lang fortgesetzt werden.
Ein neues Fortschritt in der Behandlung von HIV ist die Einführung von Long-Acting (LA) Präparaten. Diese Medikamente werden als Injektionen verabreicht und bieten den Vorteil, dass sie nur acht Wochen verabreicht werden müssen, im Gegensatz zu den täglichen Tabletten. Diese Form der Therapie ist besonders für Menschen geeignet, die Schwierigkeiten haben, täglich ihre Medikamente zu nehmen oder die eine langfristige, weniger invasive Behandlung wünschen.

HIV in Deutschland

In Deutschland sind die Neuinfektionen mit HIV in den letzten Jahren insgesamt gesunken. Laut dem Robert- Koch-Institut (RKI) gab es 2022 rund 2.000 neu diagnostizierte HIV-Fälle. Besonders betroffen sind Männer, die Sex mit Männern haben, die weiterhin einen hohen Anteil an den Neuinfektionen ausmachen. Etwa 25-30% der HIV-Neuinfektionen in Deutschland entfallen auf heterosexuelle Übertragungen. In dieser Gruppe werden HIV-Neuinfektionen vergleichsweise häufig erst spät diagnostiziert ("Late Presentation"), d.h. erst zu einem Zeitpunkt, an dem bereits eine relevante Immunschwäche vorliegt. Dies unterstreicht die Bedeutung einer frühzeitigen Testung und Sensibilisierung in der gesamten Bevölkerung.

HIV-Prävention: Die Rolle der PrEP

Neben der Behandlung ist auch die Prävention ein zentraler Bestandteil der HIV-Bekämpfung. Die Präexpositionsprophylaxe (PrEP) ist ein Medikament, das HIV-negative Menschen vor einer Ansteckung schützt. Die PrEP wird vor allem für Menschen empfohlen, die einem hohen Risiko ausgesetzt sind, sich mit HIV zu infizieren, wie zum Beispiel Männer, die Sex mit Männern (MSM) haben. Wenn PrEP korrekt eingenommen wird, reduziert es das Risiko einer Ansteckung erheblich.

HPV

HPV (Humane Papillomaviren) sind extem weit verbreitet und betreffen den Großteil der sexuell aktiven Bevölkerung im Laufe des Lebens. Die meisten Infektionen verlaufen unbemerkt und heilen spontan aus, einzelne Hochrisiko-Typen können jedoch langfristig zu Krebsvorstufen führen. Der überwiegende Teil der sexuell aktiven Menschen infiziert sich im Laufe des Lebens mindestens einmal mit HPV – oft unbemerkt. HPV-Infektionen betreffen Menschen aller Geschlechter und sexuellen Orientierungen. Bestimmte Personengruppen, darunter Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), weisen jedoch ein erhöhtes Risiko für bestimmte HPV-assoziierte Erkrankungen auf, insbesondere im Anal- und Mund-Rachen-Bereich.

Was ist HPV?
HPV infiziert Haut- und Schleimhautzellen. Die Viren werden - je nach Serotyp -  in Niedrigrisiko- und Hochrisiko-Typen eingeteilt. Niedrigrisiko-Typen können Genitalwarzen verursachen, Hochrisiko-Typen stehen im Zusammenhang mit Krebserkrankungen, unter anderem des Analkanals, des Gebärmutterhalses, des Penis sowie des Mund- und Rachenraums.

Übertragung
Die Übertragung erfolgt überwiegend durch direkten Haut- und Schleimhautkontakt beim vaginalen, analen oder oralen Sex. Eine Infektion ist auch ohne Ejakulation oder sichtbare Hautveränderungen möglich. Kondome reduzieren das Risiko, bieten jedoch keinen vollständigen Schutz.
Bei MSM spielt insbesondere der anale und orale Übertragungsweg eine Rolle. Entsprechend können Infektionen im Anal- und Rachenbereich auftreten, oft ohne wahrnehmbare Symptome.

Symptome
In den meisten Fällen verläuft eine HPV-Infektion symptomlos. Viele Betroffene wissen daher nicht, dass sie infiziert sind. Niedrigrisiko-HPV kann zur Bildung von Genital- oder Analwarzen führen. Diese sind meist gutartig, können jedoch kosmetisch und psychisch belastend sein.
Hochrisiko-HPV verursacht in der Regel keine akuten Beschwerden, kann aber langfristig zu Zellveränderungen führen. Diese bleiben oft über Jahre unbemerkt und werden ohne gezielte Diagnostik nicht erkannt.

Besonderheiten bei MSM
MSM haben ein erhöhtes Risiko für HPV-assoziierte Analkarzinome, insbesondere bei häufig wechselnden Sexualpartnern oder begleitenden Infektionen wie HIV. Auch orale HPV-Infektionen sind in dieser Gruppe häufiger. Regelmäßige Testungen können helfen, Infektionen frühzeitig zu erkennen und ein individuelles Risikoprofil besser einzuschätzen.

Diagnostik
Der Nachweis von HPV erfolgt mittels PCR-Diagnostik. Je nach Fragestellung können Abstriche aus dem Genital-, Anal- oder Rachenbereich untersucht werden. Die PCR erlaubt einen sensitiven und zuverlässigen Virusnachweis und kann – je nach Test – auch zwischen Hoch- und Niedrigrisiko-Typen unterscheiden.

Bei prohealth nutzen wir moderne, vollautomatisierte PCR-Verfahren. Die Auswertung erfolgt direkt vor Ort. Das Ergebnis liegt in weniger als einer Stunde vor. 

Prävention
Die HPV-Impfung stellt eine effektive präventive Maßnahme dar und wird für Frauen und Männer empfohlen. Sie schützt vor den häufigsten Hochrisiko- und Niedrigrisiko-Typen von HPV und kann das Risiko für HPV-assoziierte Erkrankungen deutlich senken. Die HPV-Impfung wird bei prohealth angeboten.

Mykoplasmen

Mykoplasmen (Mycoplasma genitalium) sind sexuell übertragbare Bakterien. Sie nehmen unter den Bakterien eine Sonderrolle ein und gehören zu den kleinsten selbstständig lebensfähigen Mikroorganismen überhaupt. Mykoplasmen wurden Ende des 19. Jahrhunderts fälschlich für Viren gehalten. Der Name "Mykoplasma" leitet sich aus dem Griechischen ab ("mykes" = Pilz, "plasma" = Geformtes), da man ihr wachsendes Erscheinungsbild im Labor ursprünglich eher an Pilze erinnerte als an Bakterien. Sie gehören zu den häufig übersehenen STI, da sie oft nur unspezifische oder gar keine Symptome verursachen. Studien zeigen, dass Mycoplasma genitalium in der Allgemeinbevölkerung bei etwa 1-2% der sexuell aktiven Erwachsenen nachweisbar ist. In bestimmten Risikogruppen, insbesondere bei Menschen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, werden deutlich höhere Prävalenzen beschrieben. 

Übertragung

Die Übertragung erfolgt überwiegend durch ungeschützten vaginalen, analen oder oralen Geschlechtsverkehr. Dabei reicht direkter Schleimhautkontakt aus. Kondome senken das Risiko deutlich, bieten jedoch keinen hundertprozentigen Schutz, insbesondere bei oralem Verkehr.

Symptome

Ein großer Teil der Infektionen verläuft symptomlos. Wenn Beschwerden auftreten, können sie sich äußern durch:

• Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
• Ausfluss aus der Harnröhre
• Unterbauchschmerzen
• Schmerzen oder Entzündungen im Analbereich (Proktitis)
• Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Bei Frauen können Mykoplasmen Entzündungen des Gebärmutterhalses oder der Eileiter verursachen. Unbehandelt kann dies das Risiko für chronische Unterbauchschmerzen oder Fertilitätsstörungen erhöhen.

Diagnostik

Der Nachweis von Mykoplasmen erfolgt mittels PCR-Diagnostik. Je nach Sexualpraktiken werden Urinproben oder Abstriche aus Harnröhre, Vagina, Anal- oder Rachenbereich untersucht. Die PCR ist derzeit die zuverlässigste Methode, um Mycoplasma genitalium sicher nachzuweisen.

Therapie

Die Behandlung von Mykoplasmen kann herausfordernd sein, da zunehmend Antibiotikaresistenzen auftreten. Eine Therapie erfolgt antibiotisch und sollte möglichst resistenzgerecht durchgeführt werden. Häufig eingesetzte Substanzen sind Doxycyclin, Azithromycin oder Moxifloxacin, abhängig vom Therapieschema und eventuellen Vortherapien. Bei therapieresistenten Verläufen sind inzwischen auch publizierte Daten verfügbar, die eine Kombinationstherapie mit Minocyclin und Metronidazol als mögliche Behandlungsoption beschreiben. 

Wichtig ist eine konsequente Nachkontrolle, um den Therapieerfolg zu sichern. Auch Sexualpartner sollten mitgetestet und gegebenenfalls mitbehandelt werden, um Reinfektionen zu vermeiden. Da Mykoplasmen häufig symptomlos verlaufen, bleiben Infektionen oft lange unentdeckt. Regelmäßige STI-Tests sind besonders wichtig bei wechselnden Sexualpartnern und/oder erhöhtem Risiko. 

Trichomonas vaginalis

Trichomonas vaginalis ist ein einzelliger, begeißelter Parasit und eine der weltweit häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Weltweit wurden im Jahr 2020 schätzungsweise 156 Millionen Neuinfektionen bei Menschen im Alter von 15-49 Jahren registriert (73,7 Millionen bei Frauen, 82,6 Millionen bei Männern). Der Name leitet sich von den haarähnlichen Geißeln („tricho“) ab, mit denen sich der Erreger aktiv fortbewegt, sowie von seinem bevorzugten Vorkommen im urogenitalen Bereich („vaginalis“). Durch seine typische Form und die gut sichtbaren, beweglichen Geißeln ließ sich der Erreger bereits im 19. Jahrhundert mikroskopisch identifizieren, lange bevor moderne molekulare Diagnostik existierte. Trotz der hohen Verbreitung wird die Infektion häufig übersehen, da viele Betroffene keine oder nur unspezifische Beschwerden entwickeln.

Übertragung

Die Übertragung erfolgt fast ausschließlich durch ungeschützten vaginalen oder analen Geschlechtsverkehr. Eine Übertragung über gemeinsam genutzte Gegenstände spielt in der Praxis keine relevante Rolle. Da Infektionen häufig symptomlos verlaufen, kann Trichomonas vaginalis unbemerkt weitergegeben werden.

Symptome

Viele Infektionen verlaufen asymptomatisch. Wenn Beschwerden auftreten, können sie sich äußern durch:
• Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
• Juckreiz oder Reizung im Genital- oder Analbereich
• vermehrten Ausfluss
• bei Frauen ggf. übelriechenden, schaumigen Ausfluss

Diagostik

Die Diagnostik erfolgt heute bevorzugt mittels moderner PCR-Verfahren, die einen sehr sensitiven und spezifischen Nachweis von Trichomonas vaginalis ermöglichen. Je nach Sexualpraktiken werden Urinproben oder Abstriche aus Harnröhre, Rektum oder Vagina untersucht. PCR-basierte Tests sind der klassischen mikroskopischen Diagnostik deutlich überlegen und gelten als Standardverfahren.

Therapie

Die Behandlung von Trichomonas vaginalis erfolgt antibiotisch, in der Regel mit Metronidazol. Die Therapie ist in den meisten Fällen effektiv. Wichtig ist, dass Sexualpartner mitbehandelt werden, um Reinfektionen zu vermeiden. Nach abgeschlossener Behandlung kann ein Kontrolltest sinnvoll sein, insbesondere bei anhaltenden Beschwerden oder erhöhtem Risiko.